juli 2012

trans kanada 2012

Ankunft Toronto 

25. Juli 2012

Wir verbringen die erste Nacht im Airport Hotel Sandman Signature, www.sandmansignature.com.

Algonquin Park

26. Juli 2012

Kurz vor dem Mittag holt uns unser Vermieter Canadream vor dem Hotel ab und bringt uns zur Vermietstation. Wir bekommen ein sehr neues, modernes Ford-Van-Modell. Nach rund 100km ausserhalb Toronto und immer noch mehrspurigem Highway und viel Traffic machen wir Zwischenstopp in Barrie, danach geht’s weiter bis nach Huntsville. Dieses Städtchen hat wahnsinnigen Charme. Ab hier ist die Strasse nur noch einspurig, links und rechts Wälder und Seen. Beim West Gate des Algonquin Parks stoppen wir kurz, dann geht’s rund 40km in den Park hinein, wo wir am Pog Lake einen Stellplatz reserviert haben. Während den letzten Tagen und Wochen herrschten stets hohe Temperaturen und Trockenheit, so dass leider absolutes Feuerverbot herrscht, also vertagen wir das Grillieren…

Kanutour

27. Juli 2012

Heute starten wir eine 2-tägige Kanutour auf dem Lake Opeongo. Wir werden von Algonquin Outfitters mit einer kompletten Outdoorausrüstung ausgestattet: Zelt, Schlafsäcke, Geschirr, Gaskochset, Seil, Plachen, Notfallset, Karte mit Kanurouten sowie einen Menuplan und Essen für 2 Tage. Wir haben dieses Package sowie die nötigen Permits für’s Backcountry bereits von zu Hause aus organisiert. Wir kommen gut voran mit Paddeln, geniessen die tolle kanadische Landschaft. Die Campsites sind gut mit orangen Schildern markiert und jeweils mit einem Outdoor-Plumsklo sowie mit einer Feuerstelle versehen. Wir paddeln immer weiter nördlich im Südarm des Sees. Immer wieder hat es kleine Halbinseln und auch viele Inseln. Im Laufe des Nachmittags finden wir einen Platz, der uns so gut gefällt, dass wir hier bleiben. Jetzt wird das Camp aufgebaut. Roger improvisiert selber eine bärensichere Seilkonstruktion. Das „Seilgebastel“ lässt sich sehen: Das Seil wird zwischen zwei Bäumen gespannt, Abstand ca. 5 Meter. Danach das Seil auf ca. 4 Meter oben gespannt. In der Mitte wird der Proviant mit einem Flaschenzug hochbefördert und so fixiert. Auch das Zelt ist sehr schnell aufgebaut und mit den Schlafsäcken und Matten ausgestattet. Wir relaxen an unserem ‚privaten‘ Strand an praller Sonne, bis wir dann das feine Outdoordinner kochen: Leider dürfen wir immer noch kein Feuer machen, daher begnügen wir uns mit dem Gaskocher. Nach dem Essen machen wir uns auf eine erneute Erkundungstour. Viele kleine Buchten fahren wir ab, mit dem bekannten Schilf- und Seerosengewächs, was Moose lieben. Leider keine Tiere, aber dennoch eine unvergessliche Abendstimmung. Den Sonnenuntergang geniessen wir in unserem Camp.

Moosebegegnung

28. Juli 2012

Der See frühmorgens ist absolut ruhig und wiederspiegelt einzelne, kleine Wölkchen am frischblauen Morgenhimmel. Wir checken als erstes etliche Buchten ab. Zeitweise präsentiert sich uns eine unglaublich mystische Stimmung. Das Wasser ist ruhig und dämpft in einigen kleinen Buchten regelrecht. Mit dem Sonnenlicht sowie den umliegenden Wäldern eine märchenhafte Kulisse. Wir schweben im lautlosen Kanu dahin. Nach gut 2 Stunden drehen wir langsam Richtung Rückweg ab. Wir lassen uns immer wieder einfach dahingleiten und geniessen im Kanu liegend die Sonne. In einer kleinen Bucht mit Schilf und Seerosen bleibt unser Blick plötzlich an etwas grossem Braunen am Ufer haften: Ein Moosebulle mit riesigem Geweih, was für ein Prachtskerl. Wir sind keine 25 Meter von ihm entfernt, friedlich watet er weiter, bleibt immer wieder stehen. Eine echte Herausforderung für uns, zu paddeln, fotografieren und trotzdem zu schauen, dass wir dem Moose nicht zu nahe kommen. Wir steuern dann eine kleine Insel an, wo wir uns einen kleinen Lunch und ein Bad genehmigen. Im Laufe des Nachmittags erreichen wir mit Wehmut den Ausgangspunkt und retournieren das ganze Equipment. Wir entscheiden uns, noch den knapp 13 Kilometer langen Track & Tower-Trail zu machen. Der Trail geht auf und ab durch dichten Wald und an zwei Seen vorbei. Nach gut 1 ½ Stunden gelangen wir an den Aussichtspunkt, welcher in unserem Reiseführer als sehr sehenswert empfohlen wird. Nicht zu viel versprochen, denn die Aussicht ist atemberaubend. Anschliessend geht‘s zum Canisbay Lake Campground.

Fantastischer Sonnenuntergang

29. Juli 2012

Als erstes steuern wir den Hardwood Lookout Trail an, ein 0.8km langer Rundtrail, der uns an einen schönen, sonnigen Aussichtspunkt führt. Wir fahren dann einige Kilometer weiter zum Whisky Rapids Trail, welcher 2.1km lang ist und zur Hälfte an einem Fluss entlang führt. Wir laufen durch sehr lichten Wald, stets am Flussufer entlang und können an einzelnen Stellen auf Steinen oder trockenem Flussbeet bis zur Mitte des Flusses hinauslaufen und den schönen Flusslauf von mittendrin geniessen. Dann verlassen wir den Algonquin Park Richtung Huntsville, flanieren dort durch die Hauptstrasse und geniessen den Seeanstoss. Nebst den vielen gepflegten Gebäuden mit unglaublichem Charme gibt es auch tolle Outdoor-Läden. Nach dieser Pause geht es Richtung Sudbury. Stets führt uns die Strecke an der für uns typisch kanadischen Landschaft vor: Links und rechts Bäume, Wälder und immer wieder taucht ein See dazwischen aus. Im späten Nachmittag treffen wir im Grundy Lake Provincial Park ein. Unser Stellplatz liegt nur ein paar Schritte vom Sandstrand entfernt. Wir laufen als Erstes zu einem nahe gelegenen Lookout und staunen wieder einmal: Der Campingplatz liegt sehr schön am See, umgeben von Wäldern, das Ufer oftmals bestehend aus sanft abgeschliffenen, grossen Steinblöcken, auf denen man es sich wunderbar gemütlich machen kann. Dann wird gebadet. Leider ist nach wie vor strikter Fireban, aber das nehmen wir für die tollen Temperaturen und das schöne Wetter gerne in Kauf. Nach dem Essen sitzen wir ‚an vorderster Front‘ an den Strand, um den schönen Sonnenuntergang über dem See zu beobachten. Später vor dem Camper haut es uns fast von den Campingstühlen, als plötzlich unter unserem Camper 3 Waschbären auf uns zu steuern. Auch sie sind überrascht und machen leider schnell kehrt.

In der Pancacke Bay

30. Juli 2012

Die Einsamkeit am frühen Morgen ist unglaublich idyllisch, es dämpft über dem See, wunderschön zum Fotografieren. Nach dem Frühstück fahren wir zum am Ende des Campgrounds gelegenen Swan Lake Trail. Es ist ein 1.5km langer Rundtrail, welcher um einen kleinen See führt, durch Wald, Moor und vor allem über grosse sanfte Felsbrocken. Auf der weiteren Strecke bis Saulte Ste. Marie gibt es an sich nicht viel Sehenswertes. Jedoch ist die Landschaft selber, die links und rechts an uns vorbeizieht, eine einzige Augenweide. Wälder und Seen und auch Felsformationen, für uns das typische Kanada. Von was wir aber wirklich überrascht sind, sind die Hutterer, die wir teilweise auf der Strecke sehen. Sie sind gekleidet wie im 19. Jahrhundert und verschliessen sich der heutigen Technik, was sich eindeutig erkennen lässt, als uns ein Pferdewagen mit einem Paar entgegen kommt. Uns erscheint alles wie eine Filmszene… Wir fahren am Ufer des Lake Superior entlang, bis zur Batchawana Bay: ein kilometerlanger, feiner Sandstrand liegt vor uns. Bald schon folgt die Pancake Bay, in welchem es einen Provincial Park zum Übernachten gibt. Der Campground erstreckt sich auf einer Länge von 3.2km, fast genau diese Länge laufen wir abends noch am Strand ab.

Am lake Superior

31. Juli 2012

Der Parkeingang des Lake Superior Provincial Park liegt nur rund 50km nördlich von unserer Pancake Bay. Die Strasse führt auch heute wieder entlang von felsigen, unerschlossenen Küsten, Sandstränden und ausgedehnter Hügellandschaft voller Wälder und Gewässer, die typische Landschaft des kanadischen Schildes. Das erste Highlight sind die Agawa Rock Indian Pictrographs. Die indianischen, roten Felsmalereien direkt an einer Klippe sind interessant, noch beeindruckender aber ist der 0.5km kurze Trail durch enge, stark vermooste Felsspalten dahin. Einige Kilometer weiter nördlich starten wir den Pinguisibi Trail, total 6km. Dieser führt flussaufwärts an Stromschnellen und Fallstufen vorbei, und auf dem gleichen Weg wieder retour. Zudem entscheiden wir uns noch für den Orphan Lake Trail, ein 8km-langer Rundtrail. Der Weg am Übergang vom nordischen borealen Nadelwald zum Laubwald führt zunächst zum Orphan Lake, wo er uns einen ersten spektakulären Aussichtspunkt bietet: Auf den überschaubaren, kleinen See selber, die umliegenden, endlos erscheinenden Wälder und die Küste des Lake Superior. An dieser Küste treffen wir auf eine einsame Bucht mit markantem Steinstrand und glasklarem Wasser. Auf dem Rückweg passieren wir die Stromschnellen des Baldhead Rivers. Übernachten werden wir heute direkt im Lake Superior Provincial Park, im Rabbit Blanket Lake Campground.

Kleiner Zwischenfall

1. August 2012

Frühmorgens herrscht am See wiederum eine absolut idyllische, mystische Atmosphäre. Einzelne Wölkchen schmücken den Himmel, der See dampft leicht wie in einem Thermalbad. Auf der Strecke nach Wawa fasziniert uns die Landschaft immer wieder von neuem, so dass wir uns entschliessen an den Strassenrand zu fahren um Fotos zu schiessen, wie wir das schon so oft gemacht haben. Dann passiert es... Irgendwie gerät unser Fahrzeug zu weit rechts auf dem Kiesstreifen, sackt ab und droht zu kippen. Doch glücklicherweise kommen wir gerade noch rechtzeitig in massiver Schräglage zum Stillstand, steigen umgehend auf der Fahrerseite aus, retten unser Kameraequipment und begutachten unsere missliche Lage. Der Campervan steht verdammt schief, das rechte Vorderrad im Kies steckend, das Heck noch weiter Richtung Strassengraben abfallend – hier kommen wir nicht mehr selber hinaus. Nebst vielen hilfsbereiten Angeboten von Vorbeifahrenden taucht dann plötzlich der Road Service mit einem 4x4 Gefährt auf. Fast gleichzeitig – aber unabhängig davon - kommt auch die Polizei. Der eine Mann vom Road Service fakelt nicht lange, hängt eine massive Abschleppkette an unsere Vorderachse. Der Police-Officer meint nur, die wissen, was sie tun und unsere Bedenken, dass unser Camper wirklich noch kippt, entschärfen sich langsam. Dann geht alles sehr schnell. Der Truck vom Roadservice zieht, der andere Roadworker sitzt am Steuer unseres Campervan und schwupp, stehen wir wieder im „sicheren“ Bereich. Wir sind extrem erleichtert, bedanken uns herzlich. Cool holen sie ihre Rechen von der Ladefläche des Trucks und verwischen noch schnell schnell die Spuren von unserem Wagen, als wäre dies eine alltägliche Angelegenheit…Weiter geht’s nach White River, zur bekannten Winnie-the-Pooh Statue. Wir fahren heute bis zum Neys Provincial National Park, wo wir wiederum auf einem herrlich schönen Campingplatz übernachten. Nach dem Nachtessen vertreten wir uns die Beine noch am endlos lang wirkenden Sandstrand.

Sleeping Giant Provincial Park

2. August 2012

Nach dem Frühstück brechen wir auf zum Lookout-Trail, der direkt am hintersten Ende des Campgrounds startet. Es ist ein 2.5km kurzer Rundtrail, der uns durch den borealen Wald zu zwei Aussichtspunkten führt. Wir können den gesamten Wald um uns herum überblicken wie auch den vor uns liegenden Küstenabschnitt. Diese Weiten sind einfach unglaublich faszinierend. Wir steigen wieder durch den felsigen Waldboden ab, zurück zum Camper geht es durch sandige Dünen. Nächstes Ziel sind die Rainbow Falls. Die heutige Fahrtstrecke verläuft weiterhin abwechselnd durch die roten Felsen direkt am Lake Superior entlang. Auch die Rainbow Falls verlaufen über diese Felsen. Entlang der Falls wandern wir zu einem Lookout, von welchen wir Aussicht auf den Whitesand Lake, den Lake Superior und auch auf den Strassenverlauf, dem wir gefolgt sind, haben. Die weitere Fahrstrecke führt uns zu einem nächsten Highlight, dem Ouimet Canyon. Vom dortigen Parkplatz aus können wir zu zwei Aussichtsplattformen laufen, die über den steilen Felswänden, bestehend aus Diabas-Basaltsäulen, ragen. Wir sehen tief hinab in die zwischen 60-250m breite und 100m tiefe Schlucht. Unten ist es so kalt, dass arktisches Klima herrscht, da die Sonne nur an wenigen Tagen im Jahr wirklich den Grund erreicht. Dann steuern wir unser heutiges Etappenziel an, den Sleeping Giant Provincial Park, gelegen auf einer rund 50km langen und 10 Kilometer breiten Halbinsel. Unser Campground befindet sich direkt am Lake Marie Louise mit schönem Strand.

Thunder Bay

3. August 2012

Insgesamt sind wir etwas enttäuscht vom Sleeping Giant Park, wir hätten erwartet, dass es mehr Trailmöglichkeiten und gute Lookouts gibt. Dennoch lassen wir es uns nicht nehmen, die 9km lange, geschotterte Stichstrasse zu einem im Reiseführer empfohlenen Lookout unter die Räder zu nehmen. Wir sehen von dort bis nach Thunder Bay und die davor liegende Küste – und genau dahin brechen wir anschliessend auf. Etwa 15km vor Thunder Bay befindet sich der Terry Fox Scenic Lookout mit dem Terry Fox Monument samt Läuferstatue. Auch von hier bietet sich ein toller Ausblick auf Thunder Bay. Anschliessend fahren wir direkt zum Fort William Historical Park. Das einstige Hauptquartier der North West Company wurde sehr originalgetreu wieder aufgebaut und stellt ein tolles Freilichtmuseum dar. Das Fort diente um 1800 als Umschlagsplatz der Pelzhändler. Historische Gebäude und zeitgenössische Kleidung geben dies sehr authentisch wieder. Retour nach Thunder Bay fahren wir via Bayview Tourist Route, welche uns durch die gesamte Stadt und am riesigen Hafen entlang führt. Interessant zu sehen, jedoch kein Highlight. Der Trowbridge Falls Municipial Campground ist durchaus vergleichbar mit einem Provincial Park.

Quetico Provincial Park

4. August 2012

Nach einem kurzen Aufenthalt in Thunder Bay fahren wir weiter durch uns bekannte Landschaften mit Wäldern und Tannen, jeweils unterbrochen durch kleine und grosse Seen. Nach rund 50km teilt sich der TCH in eine Nord- und eine Südroute. Fortan fahren wir auf der Südroute, dem Highway 11. Es wird schnell klar, dieser Highway ist kaum befahren. Im frühen Nachmittag treffen wir im Quetico Provincial Park ein. Es handelt sich um einen Park, der nur zu einem Bruchteil für Autofahrer erschlossen ist – ansonsten ist es eine weitgehend unberührte riesige Wildnis, vorwiegend bestehend aus Wasser. Der Dawson Trail Campground ist direkt am French Lake gelegen. In unmittelbarer Nähe unseres Platzes startet ein Trail, welcher dem French Lake entlang zum Eingang des Parks führt. Wir folgen diesem rund ¾ des Weges, und können zwischendurch einige Ausblicke auf den See und die kleinen davor gelegenen Inseln erhaschen. Den Weg zurück laufen wir auf der Zufahrtsstrasse.

Lake of the Woods

5. August 2012

Der Pickerel Point Trail beim Parkeingang, den wir heute Morgen als Erstes begehen, hält was er verspricht. Er führt uns an einen kleinen, sehr schönen Sandstrand und weiter in eine Bucht mit viel Schilf. Auf dem TCH geht’s dann zunächst nach Fort Frances. Über die Brücken des Noden Causeway kommen wir in die Innenstadt. Wir überqueren dabei mehrere Male den Rainy Lake und haben links und rechts von uns unmittelbar Wasser. Weiter nach Norden Richtung Kenora durchfahren wir dann ein Landwirtschaftsgebiet. Schlagartig jedoch kehrt das uns bekannte Landschaftsbild wieder zurück: Die Strasse führt durch malerische Wald- und Felslandschaften, unterbrochen von zahlreichen grossen und kleinen Seen. Wir entscheiden uns für den Sioux Narrows Provincial Park. Im Camp werden wir herzlich von Bev begrüsst. Sie ist mit Leib und Seele seit 12 Jahren Platzwartin. Und sie bestätigt uns, was wir bereits auf dem Zettel an der Eingangstüre gelesen haben: Es ist ein aktiver Bär auf Platz. Leider will sich uns aber kein Bär zeigen… Im Laufe des Nachmittags gehen wir noch zum Sandstrand mit riesiger dazugehörender Liegewiese, beides menschenleer, so dass wir die Sonne hier richtig geniessen können. Der Campground ist direkt am grossen Lake of the Woods gelegen.

Am Lake Winnipeg

6. August 2012

Leider will sich auch heute Morgen auf dem ‚Bärentrail‘ einfach nichts tun. Nach unserem Aufbruch laufen als Erstes noch den Camping-eigenen Lookout-Trail, der am Strand startet. Er dauert rund 40 Minuten, führt uns durch den Wald zu einem Punkt, wo wir die Badebucht und den Lake of the Woods etwas überblicken können. Auf dem grossen Highway geht’s dann Richtung Lake Winnipeg. Das Land hier ist wahnsinnig flach und die Strassen gerader als gerade. Auch die Grösse der Landwirtschaftsfelder und -maschinen ist beeindruckend. Am Lake Winnipeg angekommen, steuern wir den Grand Beach Provincial Park an, welcher sehr schön im Wald gelegen ist. Wir beschliessen, als erstes zum in Gehdistanz gelegenen East Beach zu gehen, schliesslich herrschen Sonnenschein und heisse Temperaturen. Der Strand ist zwar sehr lang und mit den weissen Sanddünen schön anzuschauen, aber entsprechend viele andere scheinen dies auch zu denken – der Beach ist sehr gut besetzt. Nicht gerade idyllisch.

Winnipeg

7. August 2012

Frühmorgens ist der Strand noch menschenleer und lässt uns ihn richtig geniessen! Dann geht’s auf ins rund 80km südlich liegende Winnipeg. Dort gibt es einen schönen Riverwalk, von dem aus man die Skyline von Winnipeg betrachten kann. Ebenfalls dort angesiedelt ist The Forks, ein ehemaliger Rangierbahnhof. Heute ist es das weitläufige schöne Areal ein attraktiver Freizeitpark mit vielen Grünflächen, aber auch dem Forks Market, der eine Vielfalt an Restaurants und Shops bietet sowie einen verglasten Aussichtsturm. Nächstes Ziel ist der Riding Mountain National Park. Dieser ist rund 110km lang und liegt auf einer Hügelkette, teils bis zu 500m höher als die Umgebung. Viele Kilometer fahren wir vorbei an Prärie Land. Via Ostzufahrt, und somit via Schotterpiste, geht es in den Park. Nicht besonders komfortabel, und das 35 Kilometer. Die Parklandschaft erinnert uns wieder sehr an Ontario mit dem vielen Grün und den immer wieder auftauchenden kleinen Seen, wir sichten noch ein Reh und etwas später einen Hasen. Der Campground in Wamagaming ist wiederum schön in einem Birkenwald gelegen. Auch ab dem in Gehdistanz gelegenen Dorf selber staunen wir wirklich: Hier herrscht die Atmosphäre eines richtigen kleinen, idyllischen Ferienortes an einem Badesee.

Riding Mountain National Park

8. August 2012

Unser erstes Ziel ist die Bison Enclosure. Die 30km-lange Strasse dahin ist eine Schotterstrasse, jedoch in einem relativ guten Zustand. Wir fahren durch teilweise sehr dichten Birkenwald, immer wieder aufgelockert durch kleine Seen. Das Bison Enclosure ist ein umzäuntes, aber sehr weitläufiges Areal, in dem eine kleine Herde von 30 Tieren lebt. Oftmals sind die Tiere in Wald und Büschen oder im hochgewachsenen Gras, so dass sie nur schwer zu entdecken sind. Anschliessend geht es weiter bis zum Lake Audy. Dort parkieren wir und laufen einige Schritte dem See entlang auf einem Trail. Die drei Deers (Rehe), welche wir zuvor noch auf der Strasse gesehen haben, halten sich nun direkt im Busch- und Waldland neben uns auf und rennen immer wieder hin- und her, so dass wir sie gut beobachten können. Zurück auf dem Haupthighway erspähen wir bald zwei Moose im kleinen Tümpel neben der Strasse. Eine Mutter und ihr Junges. Wir beobachten diese beim Fressen im Wasser. Auf dem Retourweg sichten wir noch einige Deers, von denen gibt es wirklich unzählige. Wir checken erneut im gleichen Campground ein. Dann gehen wir zu Fuss zum Clear Lake und laufen diesem insgesamt etwa 1.5h entlang. Es gibt einen schönen Lakeshore Trail, der fast die ganze Zeit direkt am Wasser verläuft.

Hitze in Moose Jaw

9. August 2012

Kaum haben wir das Parkgate passiert, ändert sich die Landschaft wieder schlagartig. Die Prärie hat uns wieder. Grosse Landwirtschaftsfelder, ab und zu vorbei an einem Dörfchen. Ganz selten sind einzelne Waldstücke und ein Tümpel oder ein Seeli zu sehen. Und das Land ist unglaublich flach. Im Laufe des Nachmittags erreichen wir Moose Jaw und steuern dort auf das Visitor Center zu. Als wir aus dem Camper aussteigen, erschlägt uns die Hitze fast. Anschliessend geht’s zum Prairie Oasis Campground . Für einen privaten Platz ist dieser sehr in Ordnung, immer wieder mal was Grünes zwischen den Stellplätzen und genügend gross, um nicht direkt den Nachbar vor der Tür zu haben. Wir geniessen es, bei diesem tollen Wetter einfach etwas draussen zu sitzen, nichts zu tun und uns vom Fahren zu ‚erholen‘

Cipress Hills Interprovincial Park

10. August 2012

Wir cruisen bei hohen Temperaturen durch die schier endlos weiten Prärieebenen Kanadas. Die Farbkombination der goldgelben Felder und des stahlblauen Himmels sind einmalig! Im Laufe des Nachmittags erreichen wir den Cypress Hills Interprovincial Park. Von weitem sehen wir bereits den Hügelzug, der dicht bewaldet ist. Auf dem Campground ist uns ein schöner Platz inkl. Strom, umringt von Pinien, gegönnt. Wir begeben uns dann auf den Whispering Pines Nature Trail, ein knapp 2.5 Kilometer kurzer Trail. Dieser führt uns durch lichten Pinienwald, dann ins offene Feld weiter auf eine Anhöhe und dann wieder zurück in den Wald. Es ist extrem heiss, über 30 Grad. Zurück beim Auto, fahren wir noch zu den beiden Lookouts, von welchen wir überwältig sind: Diese liegen auf 1375 Meter und lassen uns die ganze Prärieebene überblicken - unbeschreibliche Weiten.

Ankunft Calgary

11. August 2012

Wir geniessen die erste 40km Fahrt durch die goldgelb-grünen Hügel bis zum TCH. Ab dann ist ziemliche Monotonie angesagt. Durch flaches Land fahren wir vorbei an bewirtschafteten und unbewirtschafteten Feldern, an Dörfer sowie Städtchen. Im Mountain View Camping, 3km östlich vor den Stadtgrenzen Calgarys, am TCH, erhalten wir einen Platz für $36, jeweils mit einer gepflegten Rasen-Kiesfläche, Tisch und Feuerstelle und somit etwas Abstand zum nächsten Platz. Unser erstes Ziel in Downtown ist der Tower. Mit dem Lift ($16 p.P.) geht es die 160m hoch. Von hier oben haben wir 360° Rundumblick auf die Stadt und noch weiter. Anschliessend schlendern wir etwas in der Stadt: Zuerst zum Olympic Plaza mit einem Wasserspiel, dann die Fussgängerzone hoch und runter, wo wir uns auch noch etwas Shopping gönnen. Weiter geht es zum Riverside Trail am Bow River, dem man auf beiden Uferseiten entlang laufen kann. Über eine kleine Brücke gelangen wir zum Prince’s Island Park, ein wunderschöner, gepflegter Freizeitpark, von dem aus man die Skyline der Stadt wunderbar überblicken kann. Zurück geht es via Eau Claire Market, einer Verkaufshalle mit diversen Läden und Foodständen.

Banff National Park

12. August 2012

Wir freuen uns wie kleine Kinder auf die Rocky Mountains! Trotz Full-Schildern bei allen drei Campgrounds in Banff erhalten wir problemlos einen Platz, sogar mit Elektrizität. Wir haben wirklich mit vielem gerechnet. Aber dass das Ausmass an Touristen dennoch derartig ist, das müssen wir zuerst verdauen. Wir fahren nun dem Tunnel Mountain Drive entlang und zum Aussichtspunkt für das Fairmont Banff Springs Hotel. Die Banff Gondola bringt uns dann auf den Sulphur Mountain hoch auf knapp 2300 m.ü.M. Von der Bergstation aus führt ein rund 1km langer Panoramaweg zum Sanson’s Peak. Die Aussicht, und das 360°, ist herrlich, ringsherum Bergpanorama, und im Tal lässt sich Banff prima überblicken. Die 650 Höhenmeter nach unten geht es dann zu Fuss. Dann fahren wir zu den Bow Falls. Die Fälle selber sind nicht wahnsinnig spektakulär, dafür umso mehr der Blick in die andere Richtung des Bow River: Herrlich klares, türkisfarbenes Wasser, dazu die grünen, kanadischen Tannen und der blaue Himmel sowie im Hintergrund die mächtige Bergkulisse – wow! Nächstes Ziel ist die Besteigung des Tunnel Mountain. Ein ca. 5km langer (total) Trail führt auf den 1650 m.ü.M. hohen Hügel, vor allem die Aussicht auf Banff ist grandios. Zurück in Banff schlendern anschliessend der Hauptstrasse entlang, von Laden zu Laden. Es gibt unzählige Souvenirshops, aber auch tolle Outdoor-Ausrüster-Läden. Zurück im Campground haben wir herrliche Sicht in die Berge und pralle Abendsonne.

Lake Luis

13. August 2012

Früh geht es (wie bei vielen anderen auch…) Richtung Lake Louise. Wir begeben uns hier auf den 3.4km langen Trail zum Lake Agnes. Dieser führt langsam stetig steigend durch den Wald, erster Zwischenstopp ist der Mirror Lake. Dann geht’s den letzten Abschnitt hoch zum Lake Agnes und dem dortigen Teahouse (total 390 Höhenmeter). Ohne Pause laufen wir weiter zum Aussichtspunkt Big Beehive, weitere 1.6km und 160 Höhenmeter. Dieser weitere Weg führt zur Hälfte um den See, dann auf den sich dort befindlichen Hügel, ein ziemlich steiler Anstieg. Aber es lohnt sich. Retour geht es auf der Rückseite des Big Beehive. Uns bietet sich ein wunderbarer Blick auf die dahinter liegenden Gletscher. Nach dem gröbsten Abstieg gelangen wir wieder auf einen Weg, der wiederum zum Lake Agnes führt. Insgesamt ist aber zu sagen, dass die Touristenströme wirklich abschreckend sind. Ein kurzes Verweilen am Lake ist einzig und allein durch die unübertreffliche Schönheit der Landschaft hier gerechtfertigt. Gleiches gilt für den Moraine Lake, welchen wir anschliessend besuchen. See und die rund herum liegenden Gipfel mögen wohl sehr atemberaubend sein, aber von Landschaft geniessen kann hier nicht die Rede sein.

Wildlife Wolf Center

14. August 2012

Heute machen wir einen Abstecher durch den Yoho National Park nach Golden. In diese Richtung hat es deutlich weniger Verkehr! Es geht durch wilde Wald- und Berglandschaft, die immer wieder mit breiten Flüssen, respektive mit dem was davon mit Wasser gefüllt ist, durchzogen sind. Wir fahren über Pässe, dann wieder im Tal entlang. Unser Ziel ist das Northern Lights Wildlife Wolf Center – eine private Einrichtung, die dem Wolf- und Bärenschutz dient. Dort in grossen Gehegen untergebracht sind rund 10 Wölfe, darunter auch zwei Junge im Alter von 3 ½ Monate. Alle dort lebenden Wölfe wurden in Gefangenschaft geboren und gezüchtet. Nach diesem eindrücklichen Besuch fahren wir retour Richtung Lake Louise, wo wir nun auf den Icefields Parkway Richtung Norden wechseln. Obwohl es zwischenzeitlich immer wieder regnet und der Himmel sich teilweise sehr dunkel zeigt, leuchten dennoch vereinzelt hie und da wieder Sonnenstrahlen durch die Wolken. Durch dieses jeweilige Anscheinen eines einzelnen Berges oder Sees entstehend unglaubliche Landschaftsansichten. Der Parkway selber ist toll zum Fahren: Eine ganze Reihe von Seen vor einer riesigen Berg- und Gletscherkulisse begleiten die Strasse. Einige Kilometer südlich vom Icefield Center nächtigen wir auf dem Wilcox Creek Campground, einem Walk-in-Campground.

Viele Wildlife Sichtungen

15. August 2012

Frühmorgens starten wir, unmittelbar neben dem Campground, den Wilcox Pass Trail, ein 8km langer Trail, der auf der Gegenseite von den bekannten Gletschern hochführt und von dem man einen tollen Blick auf diese haben soll. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den höchsten Punkt. Schon auf dem ganzen Weg dahin haben wir prima Panoramablick auf die bekannten Gletscher, und das fernab jeglicher Touristen. Wir sind denn auch die Ersten, die eine Herde von Rocky Mountain Bighorn Sheep passieren. Die Tiere zeigen kaum Scheu. Wir beobachten die Tiere eine Weile, ehe wir an vorderste Front des Passes laufen und dort den Rundumblick in die Berge und ins Tal und die absolute Ruhe geniessen.

 

Später nehmen wir den Parkway unter die Räder, Richtung Lake Louise zurück. Ein Fotohighlight reiht sich ans nächste. Nur schon die Strasse selber zu befahren ist ein Highlight, denn links und rechts ziehen Berge, Gletscher, Wälder, Seen und Flüsse vorbei, letztere ausnahmslos in türkis gefärbt. Und das alles begleitet von Postkartenwetter. Bei Mistaya Canyon steigen wir 300m hinab und sehen dort die tosenden Wassermassen in den Canyon stürzen. Auf dem Bow Summit laufen wir rund 10 Minuten zum Aussichtspunkt über den Peyto Lake und stehen dort hoch über dem See, welcher wiederum türkis eingebettet ins Bergpanorama ein tolles Fotomotiv bietet. Weiter halten wir an diversen Seen (Waterfowl Lake, Bow Lake), in welchen sich aufgrund der heutigen Windstille oftmals die ganzen Berge spiegeln. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht raus!

 

Heute übernachten wir auf Johnston Canyon Campground direkt am alten Highway. Kurz bevor wir zur Campeinfahrt gelangen, sehen wir einige Autos am Strassenrand stehen. Am Check-in teilt uns die Dame mit, dass sich direkt am Fluss beim Campground eine Bärenmutter mit drei Jungen aufhalten soll. Wir laufen dem Fluss entlang hoch bis zur Strasse. Dann gehen wir keine 50m retour, da entdeckt Roger die Bären auf dem Spazierweg – genau da, wo wir vor 2 Minuten noch durchgelaufen sind. Die Bären bewegen sich dann durch den Fluss auf die andere Seite. Wir erhaschen nochmals einen Blick auf sie, ehe sie im raschelnden Dickicht verschwinden. Dann plötzlich, sehen wir weiter unten wieder das Gebüsch bewegen. Schon taucht auf der anderen Seite die Bärenmutter auf, hinter ihr die beiden Jungen, und ein Weilchen später das hoppelnde Dritte. Was für ein Ereignis!!

Vermilion Drive

16. August 2012

Für die Rückfahrt Richtung Calgary wählen wir den alten Highway. Dieser ist kaum befahren und sehr reizvoll. Die Sicht in die Berge ist zwar teilweise etwas eingeschränkt durch das Blätterdach, dennoch sehen wir sehr viel, auch gibt es hier immer wieder Rastplätze und Aussichtspunkte. In Banff befahren wir den Vermilion Drive. Dieser ist kaum befahren. Die Oberfläche des Sees ist dank der Windstille ganz glatt, so dass sich die gesamte Bergkette darin spiegelt. Ein wunderschöner Anblick. In Calgary übernachten wir wiederum auf dem Mountain View Campground, ein letztes Campfire ist angesagt.

Bye Bye Kanada

17. August 2012

Die Abgabe des Campers bei Canadream verläuft sehr unkompliziert und dementsprechend schnell, ein Mitarbeiter fährt uns anschliessend an den Airport. Bye bye schönes Canada!