juli 2013

schweiz | obwaldner höhenweg

Montag, 1. Juli 2013 - Tag 1

Route: Pilatus / Ämsigen - Lütoldsmatt - Schwand - Langenfeldmoos - Ettlismatt - Horweli -  Schlierental - Schwendi-Kaltbad - Langis

Länge: 22 km

Aufwärts: 700m

Abwärts: 800m

Zeit (ohne Pause): 6h 30min

Übernachtung: Berghotel Langis, CHF 70 p.P.

Wohlbefinden: Die Schultern schmerzen, die Füsse tun weh, die Waden zwicken...

Wir starten frühmorgens auf den Obwaldner Höhenweg, dieser folgt 85km lang den schönsten Höhenrouten des Halbkantons. Das Wetterglück scheint auf unserer Seite zu sein - stahlblauer Himmel, Sonnenschein pur, gute Aussichten für die nächsten Tage - wohl die beste Woche seit langem! Auf unserem Rücken tragen wir je 13kg. Mit der steilsten Zahnradbahn der Welt geht es den halben Weg hinauf zum Pilatus. Los geht's in Ämsigen. Offizieller Start wäre ganz oben auf dem Pilatus. Da uns aber 500 Höhenmeter steil runter laufen etwas zu viel sind, bevorzugen wir diese Variante. Auch von hier haben wir eine sensationelle Rundumsicht auf unzählige Alpengipfel. Im Wechsel zwischen Tannenwäldern und Alpwiesen führt der Weg in die lauschige Hochmoorlandschaft durchs Kleine und Grosse Schlierental im Bereich des Biosphärenreservats Entlebuch.

Erkenntnis des Tages: Tigerbalsam muss zwingend mit ins Gepäck!

 

 

Dienstag, 2. Juli 2013 - Tag 2

Route: Langis - Glaubenberg - Trogenegg - Sattelpass - Loo - Ror - Glaubenbielenpass - Sörenberg

Länge: 14 km

Aufwärts: 650m

Abwärts: 400m

Zeit (ohne Pause): 4h 30min

Übernachtung: Flühhüttenstrasse, Sörenberg

Wohlbefinden: Analog gestern...aber sobald man etwas warm gelaufen ist, gewöhnt man sich daran...bis zur nächsten Pause...

Nach einer erholsamen Nacht erwartet uns wiederum ein schöner Ausblick in die Berge und den blauen Himmel, direkt aus dem Hotelzimmer. Um 9.15h geht's nach einem feinen Zmorgen los. Die heutige Etappe führt uns durch waldreiches Grenzgebiet zwischen Obwalden und Luzern. Unser Blick schweift fast während der ganzen Etappe über die Voralpengipfel bis zu den Viertausendern der Berner Alpen. Die Idylle der Hochmoorlandschaft im Gebiet des Sattelpasses, kombiniert mit dem über Holzstege führenden Weg, ist kaum zu überbieten. Das Ende der Etappe variieren wir im Gegensatz zur offiziellen Route, die heute bis Lungern-Schönbühl führen würde. Wir übernachten in der Ferienwohnung in Sörenberg. Auf dem Weg nach Sörenberg werden wir auch vom ersten Donnergrollen, Gewitter und Hagel heimgesucht. Schnell klart der Himmel wieder auf, wir können die Sonne noch etwas geniessen, bevor dann der Regen vollends ausbricht. Abends erfreuen wir uns über einen Besuch von Philip.

Erkenntnis des Tages: Auch mit schwerem Rucksack ist Hinauflaufen noch einiges angenehmer als Hinunterlaufen!

 

 

 

Mittwoch, 3. Juli 2013 - Tag 3

Route: Sörenberg - Glaubenbielenpass - Jänzimatt - Fontanen - Schönbüel - Gibel - Tüfengrat - Obem Wald - Brünigpass

Länge:  13 km

Aufwärts: 600m

Abwärts: 1150m

Zeit (ohne Pause): 6h

Übernachtung: Brünigpass Hotel Kulm, CHF 85 p.P.

Wohlbefinden: Jegliches Zwicken und Drücken nimmt langsam aber sicher ab...

Für den heutigen Tag sind die Wetteraussichten nicht so rosig, Dauerregen ist angesagt. Als wir aufstehen, ist es noch trocken - dennoch entscheiden wir uns, Taxi Philip bis zum Glaubenbielenpass in Anspruch zu nehmen. Dort angekommen, setzt der Regen ein, jedoch nicht allzu stark, so dass das Laufen dennoch angenehm ist. Kein Mensch ist unterwegs. Auf dem Weg hinauf nach Schönbüel erhaschen wir sogar schon bald einen Blick auf Gemsen und entdecken rabenschwarze Berggekkos. Da die Wolkendecke sehr weit oben hängt, haben wir dennoch einen verhältnismässig sehr guten Panoramablick. Im ausgestorbenen und geschlossenen Schönbüel - der höchste Punkt für heute - machen wir kurz Pause. Dann geht's über 1000 Höhenmeter abwärts. Der Weg fordert uns alle Sinne und volle Konzentration, spart aber nicht mit schönen Ausblicken in die Berner Alpen und einem spektakulären Tiefblick auf den Brienzer- und Thunersee. Sogar mit Sonnenstrahlen werden wir belohnt. Kurz vor dem Brünigpass setzt wieder Regen ein, und wir sind froh, den langen Abstieg hinter uns zu haben.

Erkenntnis des Tages: Bei schlechtem Wetter sieht man mehr Tiere!

 

 

Donnerstag, 4. Juli 2013 - Tag 4

Route: Brünigpass - Sarnen (Zug) - Stöckalp (Postauto) - Melchsee Frutt

Länge:  5 km

Aufwärts: 1000m

Abwärts: 0m

Zeit (ohne Pause): 2h 40min

Übernachtung: Frutt Lodge, CHF 125 p.P.

Wohlbefinden: Wir haben uns so ziemlich an alles gewöhnt...ob es wirklich immer noch 13kg Gepäck sind?!

Bereits gestern Abend haben wir uns definitiv dafür entschieden, Etappe 4 (Brünigpass - Älggi - Abgschütz - Frutt) nicht zu laufen. Das Teilstück Älggi - Abgschütz - Frutt ist noch offiziell gesperrt, es liegt noch zu viel Schnee - dies bestätigt uns auch die telefonische Anfrage. Und es auf eigenes Risiko zu wagen, ist nicht unser Ding. Unser Plan also: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis in die Stöckalp, von dort zu Fuss in die Frutt. Und da sich der Wetterbericht heute mächtig verschätzt zu haben scheint, ist dies genau der richtige Plan. Bei dickem Nebel erreichen wir die Stöckalp, und es wird nicht besser. Im Grauen und bei teilweisem Nieselregen laufen wir hoch in die Frutt, und freuen uns daher umso mehr auf unser Zimmer in der Fruttlodge. Und wir werden nicht enttäuscht. Das Hotel wird seinen 4 Sternen mehr als gerecht. Wir geniessen den Wellnessbereich ausgiebig, bevor es ein feines Znacht im 14-Gault-Millau-Punkte-Restaurant gibt.

Erkenntnis des Tages: Eine Tour, welche in Gebiete rund um 2000m Höhe führt, plant man besser für Ende August oder Anfang September!

 

 

Freitag, 5. Juli 2013 - Tag 5

Route: Melchsee-Frutt - Tannalp - Engstlenalp - Engstlensee - Tannalp - Frutt

Länge: 18 km

Aufwärts: 400m

Abwärts: 400m

Zeit (ohne Pause): 4h 45min

Übernachtung: Frutt Lodge, CHF 125 p.P.

Wohlbefinden: Andere Schuhe, kein Rucksack, dazu Gesellschaft - was will man mehr...

Heute erwarten wir Besuch von Philip, Roger und Tinu. Das Wetter scheint wieder mitzumachen, noch etwas Nebel und vereinzelte Wolken, sonst sonnig. Zuvor gönnen wir uns aber ein feines Frühstück vom tollen Buffet. Dann geht's gemeinsam los: Von der Frutt laufen wir Richtung Jochpass, ein Teilstück der Vier-Seen-Wanderung. Bis ganz hoch auf den Jochpass ist aufgrund der Schneeverhältnisse noch nicht möglich. Aber auch so geniessen wir die fantastische Bergwelt rund um den mächtigen Titlis, die einzigartige Flora, den tiefblauen Engstlensee, den türkisfarbenen Tannensee und die atemberaubenden Ausblicke auf die entfernten Berner Alpen - ein gelungener Tag!

Erkenntnis des Tages: Mit ein paar Abweichungen wird auch eine vermeintliche Familienwanderung zu einer schönen, 'richtigen' Wanderung!

 

 

Samstag, 6. Juli 2013 - Tag 6

Route: Melchsee-Frutt - Bettenalp - Unter Boden - Rütialp - Mechtal

Länge: 12km

Aufwärts: 200m

Abwärts: 900m

Zeit (ohne Pause): 4h 30min

Übernachtung: back home

Wohlbefinden: Wir könnten glatt noch weiter laufen...

What a day! Wolkenlos, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Für heute geplant ist die 5. Etappe des Höhenwegs bis nach Eggen. Diese gewährt uns schöne Blicke in die wilde Landschaft des Melchtals. Auf der Höhenterrasse geht es vorbei an Huetstock, Nünalphorn und Widderfeld. Richtung Rütialp haben wir einen ziemlich steilen, schmalen, noch nassen und somit rutschigen Abstieg zu bewältigen. So verlieren wir hier leider etwas gar viel Zeit und können ausnahmsweise die auf dem Wegweiser angegebenen Zeiten nicht einhalten. Da wir von Taxi Roger profitieren möchten, entscheiden wir uns daher, ab der Rütialp den Weg in Richtung Tiefe, nach Melchtal, anzutreten. Zudem scheint der Storegpass in Nebel und Wolken gehüllt. So geniessen wir in Melchtal die Sonne und Wärme noch einige Minuten, ehe wir von Roger abgeholt werden. Eine tolle Woche geht zu Ende...

Erkenntnis des Tages: Unter Zeitdruck zu laufen macht keinen Sinn!

 

TOTAL:

84 km / 3550m aufwärts / 3650m abwärts