september | oktober 2013

portugal | madeira

Sonntag, 29. September 2013

Mit drei Stunden Verspätung erreichten wir gestern unser Apartment im Resort 'Encosta Cabo Girao', gelegen in luftiger Höhe. Heute Morgen lässt sich allerdings nicht allzu viel zu erkennen, dicker Nebel liegt in der Luft. So verlassen wir uns auf den Reiseführer ('irgendwo auf der Insel scheint immer die Sonne') und die Webcams (verteilt auf der ganzen Insel), und machen uns auf an den östlichsten Inselzipfel. Dort erwartet uns - nebst Sonnenschein pur - eine spektakuläre Felsenküste. Die Halbinsel Sao Lourenco bietet imposante Ausblicke auf die bizarr gefortme Küste mit vielen Steilwänden. Die Wanderung bis an die östlichste Spitze Madeiras und wieder zurück dauert rund 3 Stunden.

 

Montag, 30. September 2013

Heute zieht es uns ins Landesinnere, ins Zentralgebirge, wir begeben uns auf die Königstour auf das Dach von Madeira. Dieser Höhenweg (hin und zurück ca. 4 1/2h) verbindet die drei höchsten Berge Madeiras - Start ist beim Pico do Arieiro, welcher mit dem Auto zu erreichen ist. Der Weg bietet immer wieder Aussicht über Felstürme in rötlichen Farbtönen und Tiefblick in die umliegenden Täler. Über mit Drahtseil gesicherte Wegstücke und durch Tunnels geht es um den Pico das Torres bis hinauf zum Pico Ruivo. Das stetige und teils extrem steile Auf und Ab auf den gepflasterten oder steinigen Stufen erfordert doch mehr Kondition als gedacht, wird jedoch mit einem einzigartigen Aus- und Rundumblick belohnt.

 

Dienstag, 1. Oktober 2013

Die erste heute angesteuerte Sehenswürdigkeit ist der Cabo Girao, eine der höchsten Klippen Europas, welche knapp 600 Meter fast senkrecht aus dem Meer ragt. Der gläserne Boden des Skywalks erlaubt dabei einen Blick in die Tiefe. Für den restlichen Tag ist unser heutiges Ziel das Quellgebiet im Hochland. Die Levada der '25 Quellen' soll zu den schönsten Kanalwegen der Insel zählen. Von Rabacal geht es in rund einer Stunde entlang der für Madeira sehr typischen Wasserkanälen bis zu einem dicht bewachsenen Talkessel. An einer von Farnen begrünten Steilwand rieseln die 25 Quellen als kleinere oder grössere Wasserfälle in die Gumpen davor. Im frühen Nachmittag sind wir retour, geniessen die Sonne, und fahren abends für das Nachtessen nach Funchal in die Zona Velha. Im O Jango gönnen wir uns lokale Spezialitäten von Madeira: bolo de caco (Fladenbrot mit Knoblauch), espetadas mit milho frito (Rindfleischwürfel am Spiess mit gebratener Maispolenta) und espadarte (Schwertfisch).

 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Den heutigen Tag lassen wir gemütlich angehen: ausschlafen, zmörgelen, Besuch im Supermarkt, lesen und geniessen auf unserer Terrasse mit Meerblick. Im Laufe des Nachmittags zieht es uns erneut nach Funchal, der Hauptstadt Madeiras. In der Zona Velha startet die Seilbahn nach Monte, Funchals Villenvorort, gelegen auf 550 Metern. Von da oben geniesst man einen tollen Ausblick auf die ganze Stadt. Das wahre Highlight ist jedoch die Rückfahrt - oder besser Abfahrt - nach Funchal: Mit Korbschlitten, von in weisser Tracht und Strohhüten gekleideten Herren gelenkt, düsen wir 2 km lang die Hänge runter. Das letzte Stück geht es zu Fuss, dies nutzen wir auch gleich für ein wenig Sightseeing in Funchal.

 

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Heute geht's Richtung Norden. Erste Station ist Faial, ein kleines Dörfchen in schöner Hanglage, von welchem aus man einen guten Blick auf den Adlerfelsen 'Penha de Aguia' geniesst. Der 590m hohe Felsklotz ist eines der auffälligsten Landmarken Madeiras. Der panoramareichen Küstenstrasse folgen wir noch etwas nordwestlich, ehe wir bei Santana landeinwärts steuern, Richtung Queimadas. Von da aus steuern wir den grünen Kessel 'Caldeirao Verde' an, eine Wanderung von total rund 3 Stunden. Die Levada ist grösstenteils in eine senkrecht abfallende Felswand geschlagen, die dschungelartige Vegetation scheint immergrün zu sein. Zwischendurch gibt es immer wieder einen Ausblick ins Tal und die Schluchten, auch passieren wir diverse stockdunkle Tunnels. Am Endpunkt stürzt sich in einem imposanten Kessel ein ordentlicher Wasserfall in einen kleinen Gumpen. Zurück in Santana schauen wir uns noch die historischen Casas de Colmo an, kleine mit Stroh gedeckte Holzhäuser.

 

Freitag, 4. Oktober 2013

Via Encumeada-Pass steuern wir auch heute wieder Richtung Nordküste. Unser Roadtrip führt uns zu verschiedenen Aussichtspunkten, von welchen wir den eisblauen Atlantik, die grauschwarzen Felsen und schroffe Gesteinsformationen bestaunen können. Eigentliches Ziel ist Porto Moniz. Im kleinen, idyllischen Dörfchen befindet sich ein schönes Naturschwimmbecken aus Lavagestein. Die Pools wurden in eine von Felszacken eingerahmte kleine Bucht hineingebaut und werden von den anbrandenden Wellen immer wieder überspült. So geniessen wir die heisse Sonne und die herrliche Abkühlung - ein guter Abschluss unserer Inselerkundung. Retour geht's über die Hochebene Paul de Serra, in dickem Nebel - aber nur bis wir wieder an der Küste sind. Den letzten Abend verbringen wir bei einem feinen Nachtessen in Funchal.