top of page

Mai | Juni 2018

färöer inseln

Die Färöer Inseln - ein einmaliges Naturparadies

 

Leuchttürme. Seit jeher faszinieren uns diese, ziehen uns in ihren Bann. Ein Zeichen von Verbundenheit mit der weiten, offenen Welt. Klar, dass wir da jedes Bild mit einem Leuchtturm genauer unter die Lupe nehmen, welches in den Social Media geteilt wird. Und immer öfter tauchen da Bilder von den Färöer Inseln auf. Und da wir nebst Leuchttürmen auch den Norden über alles lieben, ist es höchste Zeit, die Färöer Inseln anzusteuern. Gewusst haben wir nicht allzu viel darüber. Einzig dass die Schweizer Fussballmannschaft schon mehrere Male dorthin reisen musste. Dass die Färöer Inseln aber weit mehr als ein paar schöne Leuchttürme und eine Fussballnationalmannschaft zu bieten haben, merken wir schon bald bei der Reisevorbereitung. Und noch mehr beim Landeanflug. Und allerspätestens, als wir mit dem Mietauto unsere Erkundungen starten. 

 

Die typisch färöische Landschaft ist allgegenwärtig

Die Merkmale der färöischen Insel-Landschaft, die durch Vulkanismus und Eiszeiten entstanden ist, stechen uns sofort unmerklich ins Auge. Hohe Berge, mit Gras, Moos, und Flechten grün bedeckte Hänge, tiefe Täler, Wasserrinnen, wunderschöne Seen, schmale Meeresarme. Schon auf den ersten Fahrkilometern taucht man unweigerlich in diese atemberaubende Natur ein. Und von Natur kann man hier mit gutem Gewissen sprechen: Ausserhalb der kleinen Dörfchen, die selbst nur in geringer Anzahl vorhanden sind, sind kaum Häuser vorzufinden. Auch das Klima ist ganz nach unserem Geschmack: um die 12°C, ein leichter Wind weht, frische Luft zum Atmen. Und natürlich, das weiss ja Jeder: Viele grasende Schafe. Sie sind überall. Es gibt mehr Schafe als Einwohner auf den Färöern, Gerüchten zufolge gar das Doppelte.

 

Auf den Buttercup-Routen von Insel zu Insel

Die Buttercups, zu deutsch Hahnenfussgewächs oder ganz einfach Butterblume, ist die Nationalblume der Färöer Inseln. Nachvollziehbar also, dass die landschaftlich schönsten Strassenrouten nach dieser gelb leuchtenden Blume benannt und diese auch mit einem Signet stets so gekennzeichnet sind. Die meisten der 18 Inseln der Färöer sind mit Tunnels oder Brücken miteinander verbunden, zu den übrigen bestehen Fährverbindungen. So ist es ein Leichtes, mit einem Mietwagen alle Facetten - davon gibt es reichlich - der Inseln zu erkunden. Diesen empfehlen wir übrigens wärmstens. Die Busverbindungen sind zwar auf den Hauptrouten gut ausgebaut, aber die Flexibilität ist natürlich mit einem Auto um einiges grösser, gerade wenn man von diesen Hauptrouten abkommen will, wozu wir unbedingt raten. Denn nicht nur die Buttercup-Routen sollte man befahren, sondern einfach jede Strasse, die einem in die Quere kommt. So viele sind es nicht, es geht gar ganz ohne Navi. Aber an jedem Ende verbirgt sich garantiert etwas Einmaliges, versprochen! Besonders viele Buttercup-Routen gibt es auf den Nordinseln. Also los, nichts wie dahin!

 

Saksun: Pittoresker geht wohl kaum...

Diese weiss getünchte Steinkirche! Gelegen an exponierter Stelle, oberhalb von einer türkis schimmernden Lagune eines Fjords, inmitten eines grünen Talkessels, umgeben von hohen Felswänden! Saksun ist wohl der meist pittoreske Ort für eine derartige Szenerie. Und man stelle sich vor: Es ist schönes Wetter, stahlblauer Himmel, und je näher man sich diesem Talkessel nähert, wird es zunehmends dunkler und nebliger, ehe man sich dann in Saksun in dichtem Nebel eingekesselt vorfindet. Genau so ist es uns ergangen. Dramatik pur. Die Zeit scheint hier stillzustehen um viele Geschichten und Geheimnisse zu verbergen. Welch mystischer, ruhiger Ort! 

 

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Mitunter ein Grund, die Färöer Inseln zu bereisen, sind die unzähligen Wandermöglichkeiten. Von Saksun führt eine wunderschöne Wanderung zur Nachbargemeinde Tjørnuvík. Der steile Anstieg über den Berghang hinauf lohnt sich alleweil, denn auf der gerölligen weiten Ebene oben angekommen, erschlägt es einem fast die Sprache, wenn man den ersten Blick hinunter in die Bucht von Tjørnuvík erhascht. Dieses malerische kleine Dorf ist auf drei Seiten von Bergen umgeben, die Bucht zum Meer hin von einem schönen breiten Sandstrand eingerahmt. Die vorgelagerten, nach einer Sage benannten Felsnadeln ‘Riese und Hexe’ runden diesen Postkartenblick ab. Aber: Das für uns grösste Highlight erwartet uns, als wir uns hinunter nach Tjørnuvík  begeben und durch dieses schmucke Dörfchen spazieren. Hans, einer der wenigen Einwohner Tjørnuvíks, hat auf dem Dorfplatz Tische und Bänke aufgestellt, um Besuchern frisch gemachte Waffeln und Kaffee anzubieten. Eine grössere Freude könnte er uns wohl nach dieser Wanderung kaum machen!

 

Tjørnuvík ist auch auf dem Strassenweg, ebenfalls einer Buttercup-Route, zu erreichen. Selbstverständlich lassen wir uns diese nicht entgehen, denn dort liegt Fossá, der höchste Wasserfall der Färöer, welcher über zwei Stufen die über 140 Meter hohen Felswände hinunter stürzt. Also so steht es zumindest im Reiseführer. Und wie sieht es in Wirklichkeit aus? Von grossem Wasserfall keine Spur. Es fliesst praktisch kein Wasser. Tja, so sieht es wohl aus, wenn es einen Monat lang nicht geregnet hat auf den Färöer Inseln. Aber zu diesem Thema mehr später.

 

Viele kleine, bunte Dörfchen und unzählige Wandermöglichkeiten auf den Nordinseln

Eine weitere Buttercup-Route führt uns über einen Pass nach Gjógv, das abgeschieden am äussersten Nordwesten der Färöer Inseln liegt. Wie die meisten der färöischen Dörfchen begrüsst uns auch dieses mit einem Anblick einer kleinen Vielzahl an malerischen bunten Holzhäusern, engen Gässchen und einer augenmerklichen Kirche. Nur schon alleine deswegen lohnt sich ein kurzes Verweilen und Aufsaugen der heimeligen Atmosphäre. Besonders sehenswert in Gjógv ist aber auch eine tiefe, enge Schlucht, welche als Naturhafen dient.

 

An der Nordspitze Viđoys liegt der dritthöchste Berg der Färöer, Villingardalsfjall. Dieser lässt sich relativ einfach ab Viđareiđi erwandern. Der Weg bis hin zur Spitze ist bestens markiert. Zuerst geht es über grüne, saftige Wiesen, ehe es steiniger und felsiger wird. Und ehe man sich versieht, steht man bereits auf dem mit Steinmännchen markierten Gipfel. Und von da hätte man fast unmittelbar das Kap Enniberg vor der Nase, den nördlichsten Punkt der Färöer Inseln und eines der höchsten senkrechten Kliffs der Welt. Mit Betonung auf ‘hätte’, denn dieses ist heute in dichten Nebel gehüllt. Aber auch die Aussicht in die andere Richtung entschädigt für alle Mühen! 

 

Doch man braucht nicht immer auf die höchsten Berge zu wandern, um schöne Ausblicke zu haben. Im Gegenteil. Es gibt unzählige Wanderwege, die auf weniger hohe Berge und Hügel führen. Und diese bieten, trotz verhältnismässig oftmals geringer Höhe, einen überwältigenden Blick auf die umliegenden Inseln. Ein weiterer Pluspunkt ist mitunter, dass diese innert Kürze zu bewältigen sind und dies einem erlaubt, gar mehrere davon am Tag zu begehen. Eine besonders imposante Aussicht hat man beispielsweise vom Hausberg von Klaksvík, dem Klakkur.

 

Auf den Slaettaratindur, den höchsten Färöer

Ja zugegeben, gewissermassen ist es ein Fake. Nein, nicht dass der Slaettaratindur mit seinen 880 müM der höchste Färöer ist. Sondern die Höhenmeter da hinauf. Es gibt nämlich Berge, die zwar weniger hoch sind, aber eine viel grössere Anstrengung erfordern, um bestiegen zu werden. Denn der Start zu dieser Wanderung liegt auf einer Passhöhe, welche die zu bewältigen Höhenmeter schon mal um 400 reduziert. Aber lohnenswert ist es natürlich - oder gerade deswegen - allemal. Denn auch die wenigen Höhenmeter sind ganz nach dem färöischen Muster: Es geht steil bergauf, und folglich auch wieder steil hinunter. Das Gipfelziel ist stets in Sicht. Also warum Kurven, wenn es auch gerade aus geht? So wandern wir über eine grasige Bergflanke steil aufwärts, die letzten Meter ist über Gestein zu kraxeln, dafür liegen einem auf dem Gipfelplateau die gesamten Färöer zu Füssen. Was für ein phantastischer Blick vom höchsten Färöer, vom Dach der Färöer! 

 

Die Westinsel Vágar mit dem grössten Binnensee Sørvágsvatn

Wer vom Flughafen kommt oder dahin zurück fährt, passiert ihn unweigerlich: Den grössten Binnensee auf den Färöer Inseln, der Sørvágsvatn, oder auch Leitisvatn genannt. Man kann es dabei belassen, oder aber - was wir selbstverständlich ans Herz legen - eine schöne, gemütliche Wanderung dem See entlang bis hin zur Küste unternehmen. Diese führt zuerst östlich des Sees zum Kap Traelanípa. Die Aussicht von diesem Kap auf den See ist wunderschön, noch viel imposanter ist der Kap jedoch aus der Ferne betrachtet: Eine senkrechte Felswand, ein Kliff, das 148 Meter direkt aus dem Wasser herausragt. Bevor man sich direkt dem Seeufer entlang auf den Rückweg macht, gilt es den Wasserfall Bosdalafossur zu bestaunen, der 30 Meter tief donnernd über die Steilküste in den Atlantik stürzt. Denn der See erstreckt sich direkt bis an die steilen Klippen der Insel. 

 

Verborgenes Gásadalur

In nicht allzu weiter Fahrdistanz trumpft die Insel Vágar mit einem weiteren Highlight auf: Gásadalur. Beeindruckend ist dieses kleine, bunte Dörfchen ohnehin. Gelegen in einem grünen Tal, eingekesselt von den höchsten Bergen der Insel, der berühmte Wasserfall Mulafossur stürzt 20 Meter hoch die senkrechte Felswand ins Meer hinunter. Noch eindrücklicher wird es aber, wenn man nur einige Jahre zurück blickt. Denn Gásadalur war bis 2006 derart abgelegen, dass es nur mit dem Helikopter oder zu Fuss über einen beschwerlichen Bergpfad erreichbar war. Den Verbindungstunnel gibt es nämlich erst seit 12 Jahren. 

 

Vor 2006 kam man mit dem Auto nur bis Dörfchen Bøur. Dieses steht aber Gásadalur in Sachen Schönheit in keinster Weise nach. Vor allem bietet es einen wunderbaren Ausblick auf das Meer, die schroffe Bergwelt, und im Speziellen auf die kleinen, unbewohnten Inseln vor der Küste. Tindholmur scheint von hier aus gesehen wie eine riesige Haiflosse aus dem Wasser zu stechen. Ein weiteres, pittoreskesten Dörfchen auf den Färöer Inseln, von denen es so viele gibt, und in jedem hat man stets erneut das Gefühl, im wohl Ursprünglichsten angelangt zu sein. 

 

Mit der Fähre auf die Südinsel Suđuroy

Das Wetter hat seine Tücken. Besonders auf den Färöer Inseln. Davon lesen wir ja überall. Und da die 2 ½-stündige Fährüberfahrt nach Suđuroy durchaus um Stunden oder gar Tage verschoben werden kann, wird natürlich empfohlen, für diese Reise genügend Zeit einzuplanen und die grösste Südinsel eher am Beginn einer Reise anzusteuern. Lohnen tut es sich auf jeden Fall - auch hier gibt es unzählige einzigartige Naturschauplätze und wunderbare Wandermöglichkeiten. 

 

Ein Klassiker, und aus unserer Sicht ein absolutes Must-Do bei einem Besuch dieser Insel, ist die Wanderung nach Hvannhagi. Der Weg führt von Tvøroyri aus über grünes, üppiges Weideland zum Talkessel Hvannhagi an die Nordküste der Insel. Die vielen eindrücklichen und steilen Felsformationen an der Küste zeugen von Lawinenabgängen vor vielen tausend Jahren. Die Sicht reicht hier an klaren Tagen gar bis zu den Nachbarinseln. Bald erblicken wir auch den runden See Hvannavatn. Dieser ist von grünen, saftigen Wiesen und hohen Bergwänden umgeben ist. Eingerahmt von diesen mächtigen Felsen und am Seeufer stehend fühlt man sich als Mensch ganz schön klein, eine sehr imposante Szenerie. Wir sind uns sicher: Dies ist ganz bestimmt einer der schönsten und eindrücklichsten Plätze auf den Färöer Inseln.

 

Auch auf Suđuroy bleiben wir unserem Prinzip treu und erkunden jedes Strässchen, das wir finden. Und wir werden nicht enttäuscht, die Vielfalt an Entdeckungen könnte nicht grösser sein: ein auf dem südlichen Kap thronender Leuchtturm, wellen gepeitschte Küsten, steile Felswände, schmucke Dörfchen mit bunten Häusern, kleine weisse Holzkirchen, und ja gar weisse breite Sandstrände. Wir sind nach jeder Kurve, nach jedem Tunnel, auf’s Neue entzückt!  

 

Unser Geheimtipp: Eine Übernachtung auf der Vogelinsel Mykines

Okay, Mykines ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Aber dafür umso mehr eine Übernachtung auf diesem kleinen Eiland. Denn erst abends, wenn die Fähre mit all den Touristen wieder abgelegt hat, lässt sich die wahre Schönheit und das ganze Ausmass der grenzenlosen Ruhe und Idylle auf Mykines erkennen. Unser AirBnB-Gastgeber Heini erweist sich spontan als unser grosses Glück, indem wir ihn kurzerhand zu unserem Guide engagieren. Denn wir merken sofort: Er hat ein immenses Wissen über die Insel, über die Vögel, über den Leuchtturm. Kein Wunder, sein Vater war der letzte Leuchtturmwächter.  Heini selbst ist hier gross geworden, und weiss daher so viele spannende Geschichten zu erzählen. Er strahlt dabei eine derartige Ruhe, Zufriedenheit und tiefe Verbundenheit mit der Insel aus, die uns vollkommen in den Bann ziehen und vom ersten Augenblick an anstecken. 

 

Papageientaucher hautnah erleben

Die Natur auf der Insel ist fast komplett unberührt. Gerade mal 8 ständige Bewohner hat die 9.6 km2 grosse Insel, sie ist nur mit dem Schiff und Hubschrauber erreichbar, es gibt keine Strassen, keine Versorgungsmöglichkeiten, dafür aber rund 1200 Schafe. Mit der täglich 2x anlegenden Fähren werden vor allem Touristen auf die Insel befördert, da die Insel als Vogelparadies mittlerweilen bekannt geworden ist. Viele Seevögel haben ihre Nistgebiete und Nisthöhlen in den Hängen und Klippen der Insel, beispielsweise eine grosse Basstölpel-Kolonie oder unzählige Papageientaucher. Insbesondere Letztere lassen sich aus einer Nähe betrachten, dass man sich mittendrin in einer riesigen Kolonie wähnt. Sie landen direkt vor den Füssen oder flattern so nahe am Kopf vorbei, dass man den Wind des Flügelschlags noch in den Haaren spürt. Auch das Meer und die Luft sind voll von diesen süssen kleinen Watscheltierchen, die man unendlich lang beobachten könnte.

 

Auf die vorgelagerte kleine Insel Mykineshólmur für eine 40 Meter lange Fussgängerbrücke über einen schmalen, schluchtartigen Meeresarm. An dessen Ende befindet sich ein Leuchtturm, und da steht man wahrhaftig am westlichsten Punkt der Färöer Inseln. Und man starrt fast ungläubig auf das nicht enden wollende Meer hinaus. Ja, ganz da weit hinten, käme dann irgendwann New York. Aber ganz ehrlich, für uns ist Mykines um einiges spektakulärer! 

 

Wir werden fündig: Heimelige Cafés mit feinen Leckereien

Wenn wir nebst der Natur etwas lieben, dann sind es kleine, heimelige Cafés. Am allerliebsten mit selbstgekochten und selbstgebackenen Spezialitäten. Und genau solche entdecken wir, und empfehlen euch insbesondere folgende von Herzen: In Tvøroyri auf Suđuroy gibt es das Café Mormor, in einem schnuckeligen gelben Häuschen mit Meerblick. Die Linsensuppe und die frischen Cookies sind einfach eine Sünde wert. Und langweilig wird einem beim Essen bestimmt nicht: Die vielen gestapelten Zeitungen sind teilweise Jahrzehnte alt, genauso wie die Bilder, welche die Wände dekorieren. In Gásadalur im neu renovierten Gásadalsgarđur Guesthouse trifft die Moderne auf Geschichte: Auch hier zieren Bilder aus alten Zeiten die Wände. Kombiniert mit einem leckeren Karottenkuchen ein einmaliges Erlebnis. Und wir sind uns sicher: Wer sucht, der findet - es gibt ganz bestimmt noch ganz viele dieser lieblichen Cafés, in welchen man sich vom ersten Augenblick an wohl fühlt.

 

Ruhe, Idylle, und weit entfernt von einem Touristenboom

Die Atmosphäre, die wir in diesen kleinen, schnuckeligen Lokalitäten erleben, widerspiegelt für uns das Gefühl auf der gesamten Insel. Eine Ruhe sondergleichen. Gelassenheit. Idylle. Ursprünglichkeit. Man fühlt sich als Tourist noch willkommen. Denn gefühlt sind wir hier die einzigen Touristen. Natürlich sind wir es nicht. An den vermeintlichen Hotspots wurden denn auch jüngst Parkplätze für die Touristen erstellt. Aber diese sind für jeweils etwa 6-10 Autos gedacht. Und jetzt - ausserhalb der Hochsaison - treffen wir keinen dieser Parkplätze an, der auch nur annähernd voll wäre. Wo trifft man denn heutzutage so etwas noch an? Wir hoffen inständig, dass diese Ursprünglichkeit, dieses Gefühl der Echtheit, noch möglichst lange bewahrt werden kann. Es ist ein einmaliges Erlebnis, unsere Natur noch so hautnah, wild und unberührt, fast gänzlich frei von Verkehr, erleben zu dürfen. Denn diese suchen muss man auf den Färöer Inseln nicht, man braucht nur die Augen zu öffnen und sich umzuschauen.


 

Kulinarischer Abschluss in Tórshavn

Trotz all unserer Liebe zur Ruhe und Natur nimmt es uns natürlich schon auch wunder, wie es denn in der Inselhauptstadt zu und her geht. Ruhig und beschaulich sind wohl die richtigen Worte. Die Innenstadt mit der Fussgängerzone ist sehr überschaubar, alles ist bestens zu Fuss zu erreichen. Besonders in seinen Bann zieht uns die historische Altstadt Tinganes. Die bunten, malerischen Holzhäuschen mit Grasdächern und die engen Gässchen versprühen einen ganz besonderen Charme. Noch heute ist dies das Regierungsviertel. Das Treiben am Ost- und Westhafen mit grossen und kleinen Fischerbooten lädt zum Verweilen und Beobachten ein, umso mehr, als dass dort viele Cafés untergebracht sind, deren leckeren Kuchen und Gebäcken man kaum widerstehen kann. Wer gerne Tinganes wie auch die beiden Häfen mit einem Blick von aussen betrachten möchte, dem sei die Festung Skansin mit dem weiss-roten Leuchtturm auf dem kleinen Hügel über dem Osthafen empfohlen. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf  Tórshavn.

 

Verglichen mit der geringen Einwohnerzahl - gerade mal rund 20’000, die Vororte mitgezählt - ist die Anzahl an empfehlenswerten Restaurants vergleichsweise hoch. Zu unserer Freude natürlich. Wir entscheiden uns für das Fischlokal Barbara, und bereuen dies keine Sekunde. Das Menü besteht aus 6 Gängen und wird in kleinen Portionen, angelehnt an spanische Tapas, serviert. Von Muscheln über Bacalao bis hin zur Fischsuppe - wir werden kulinarisch wahrlich verwöhnt. Einen schöneren Abschluss könnten wir uns für unsere Reise nicht vorstellen!

 

Thema Wetter auf den Färöer Inseln

Wir waren auf Vieles vorbereitet. Regen, Kälte, Wind, Nebel, und ein bisschen Sonnenschein. So kennt man es von den Bildern, so steht es im Reiseführer geschrieben. Nun kommt alles ein kleines bisschen anders. Während den gesamten 12 Tagen sehen wir keinen einzigen Regentropfen. Nebel zwischendurch, vor allem an den hohen Bergspitzen hängend. Wind herrscht nur mässig. Und Sonnenschein, den gibt’s ziemlich ausgiebig, bei angenehmen Temperaturen zwischen 10 und 15°C. Tönt ganz gut, oder? Ist es auch! Obwohl natürlich dadurch - vor allem aus der Sicht eines Fotografen - die schönen Licht- und Wetterstimmungen und deren Umschwünge in der Vielzahl etwas abnehmen. Aber beklagen wollen wir uns auf keinen Fall!  Denn dass es auch anders sein kann, und die Wetterlage innerhalb weniger Tagen, gar Stunden, ins Extreme ändern kann, weiss auch Heini auf Mykines zu erzählen. Die Insel konnte in den letzten 60 Tagen gerade mal an 16 Tagen angefahren werden, an den übrigen Tagen war die See zu rau. 

 

Nebst der Tatsache, dass Mai und Juni statistisch gesehen die niederschlagsärmsten Monate sind, gibt es noch ein weiteres Argument, das für diesen Reisezeitraum spricht. Im Juni sind die Tage am längsten, es wird kaum mehr dunkel. Also beste Voraussetzung dafür, auch abends noch eine Wanderung zu unternehmen oder ein Ziel mit dem Auto anzusteuern. Diese Möglichkeit erweitert doch den Zeitspielraum um einiges, wenn es darum gehen sollte, eine schöne Stimmung zu erwischen oder ganz einfach jede Minute des Tages an diesem wunderbaren Ort ausnutzen zu wollen. 


 

Zum Schluss: Aufgepasst, liebe Fellnasen-Besitzer…

So einfach ist es leider nicht, mit dem Vierbeiner auf die Färöer Inseln einzureisen. Die Vorschriften besagen, dass unsere Lieblinge nur eingeführt werden dürfen, wenn der Aufenthalt über 3 Monate dauert. Ja, da haben wohl die Wenigsten von uns diese Zeit. Und selbst wenn, dann gilt es folgendes zu beachten: Auf den ersten Blick mag es zwar komisch erscheinen, doch es hat durchaus seine Logik. Hunde sind leider in vielen Bergen und somit auf den meisten Wanderungen nicht erlaubt. Warum nicht? Die Erklärung ist ziemlich einleuchtend. Überall weiden die Schafe, und das Gras ist ihre Nahrung, und diese soll weder durch Urin noch durch Kot verunreinigt werden. Zudem gehört das Gebiet den sogenannten ‘working dogs’ - ihnen sind die Berge vorbehalten, um ihre Arbeit - das Schafe hüten - zu erledigen, sie und ihre Schäfchen sollen nicht gestört werden. Sicherlich gäbe es wahrscheinlich Wege, aneinander vorbeizukommen, aber wir respektieren diese traditionelle Lebens- und Arbeitsweise vollkommen.


 

Hilfreiche Links:

 

https://visitfaroeislands.com/

Informative, alles umfassende, eigene Seite der Färöer Inseln - mit wunderschönen Bildern versehen

 

http://www.visitmykines.com/

Seite von Heini, unserem Gastgeber und Guide auf Mykines - er ist selber auf Mykines, teilweise gar im Leuchtturm, aufgewachsen

 

http://www.heimaihavnbarbara.one/

Restaurant Barbara in Tórshavn, leckere Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten, zu empfehlen ist das Menü, welches aus 6 Gängen in Tapas-ähnlichem Stil besteht, gut zu Fuss erreichbar

bottom of page